LBF-Forschungsflotte E-MobiLBF

Im Umfeld der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Elektrofahrzeugen nutzt das Fraunhofer LBF eine eigene Fahrzeugflotte für Forschungsarbeiten u. a. zu folgenden Themen:

  • Analysen zur Zuverlässigkeit (FTA, FMEA und ASIL) und funktionalen Sicherheit,
  • Messung mech., therm. und elektr. Größen im Fahrbetrieb,
  • Entwicklung von Sensor- und Monitoringkonzepten für Langzeitbetriebsmessungen,
  • Untersuchungen zu Kundenverhalten und Nutzungsszenarien,
  • Ableitung repräsentativer Fahrstrecken für die Elektromobilität (u. a. LBF-E-Traktionszyklus – 76,5 km)
  • Ermittlung von Last- und Beanspruchungsdaten für
    Batteriesysteme und Traktionsantriebe,
  • Untersuchungen zu Wirkungsgrad und Systemoptimierung von Traktionsantrieben.

Neben dem vollelektrischen Nissan Leaf besteht unsere Forschungsflotte aus einem Elektro-Smart und seinem Benzin-Bruder. Ein Tesla Model S sowie zwei BMW i3 - mit und ohne Range Extender. Außerdem verfügt das Fraunhofer LBF über einen Artega GT, bislang ein Benziner.

Mit dieser Fahrzgeugflotte decken wir das gesamt Spektrum vom Kleinwagen bis zur Luxuskarosse ab und können repräsentative Nutzerdaten erfassen.

Dabei werden nicht nur die Fahrweise der Autos und deren Alltagstauglichkeit getestet, sondern auch Felddaten aus den Ladestationen und Ladevorgänge in unserer Region gesammelt. Das System muss technisch praktikabel sein (Funktionsfähigkeit, Bedienfreundlichkeit) und flexibel auf die verschiedenen Mobilitätsbedürfnisse einzelner Nutzergruppen reagieren können. Daher haben wir bei der Anschaffung der Fahrzeuge darauf geachtet, dass möglichst viele  Stromverbraucher im Fahrzeug vorhanden sind. Sie werden neben dem Antrieb und der Fahrweise, maßgeblich für die Häufigkeit des Ladens verantwortlich sein. In Langzeituntersuchungen werden die Einflüsse von Ladezyklen erforscht und die Lebensdauer der Batterie unter realen Bedingungen analysiert und ausgewertet.

Mit den bis auf den Antrieb gleichen Smarts untersuchen wir auch, ob mechanische Belastungen bei Elektrofahrzeugen und Benzinern vergleichbar sind oder ob die höhere Spritzigkeit des Elektromotors, welche ggf. dauerhaft zu einem anderen Fahrverhalten führt, auch zu anderen Belastungen im Stadtverkehr beiträgt.

Ausgestattet mit Messtechnik und Sensorik werden Energieverbrauch und Belastungen ermittelt und so beispielsweise auf mögliche Gewichts- und Kosteneinsparung geschlossen. Neben technischen Aspekten untersuchen wir mit der Begleitforschung auch die Akzeptanz einer solchen „neuen“ Technologie. Hierfür hat das Fraunhofer LBF extra ein Nutzungskonzept erstellt, welches auch die Unterschiede in der Belastung durch berufliche  oder private Nutzung darstellt. 

Damit können sich erstmals alle Mitarbeiter des Fraunhofer LBF an einem Forschungsvorhaben beteiligen und aktiv die Elektromobilitätsforschung im LBF und in Hessen voranbringen.