Virtuelle Systemzuverlässigkeitsanalyse und KI-gestützte Prognosemodelle entwickeln

Virtuelle Modelle früh mit Experiment und Betrieb koppeln

Werden Daten- und Modellanforderungen früh definiert, lassen sich Simulation, Versuch und spätere Betriebsinformationen gezielter aufeinander abstimmen und Erkenntnisse aus Entwicklung und Betrieb zusammenführen. Virtuelle Modelle können zunächst Entscheidungen in Konzept und Auslegung unterstützen und anschließend mit experimentellen Daten geschärft werden. Damit entsteht eine durchgängige Lernschleife, in der Modelle nicht isoliert bleiben, sondern mit wachsender Systemreife überprüft und weiterentwickelt werden.

Zuverlässigkeitsfragen früher virtuell untersuchen

Simulation, Versuch und Betrieb erzeugen zunehmend umfangreiche und heterogene Daten. Gleichzeitig sind vollständige reale Tests für alle Varianten häufig langwierig, aufwendig, kostenintensiv bzw. im vollen Umfang nicht realisierbar. Für komplexe Systeme entsteht damit die Aufgabe, Daten und Modelle so zu verbinden, dass Zuverlässigkeitsfragen im frühen Entwicklungsprozess untersucht und mit der Zustandsbewertung in der Betriebsphase fusioniert werden.

KI und Maschinelles Lernen können zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, etwa zur Mustererkennung, Modellergänzung  oder Prognose. Ihre Aussagekraft hängt jedoch von Datenbasis, Repräsentativität, Modellarchitektur und Validierung ab. Virtuelle Analysen ersetzen daher nicht pauschal Versuch und fachliche Bewertung, sondern ergänzen diese gezielt.

Das Fraunhofer LBF konzeptioniert, entwickelt und erprobt virtuelle, datenbasierte und hybride Ansätze zur Systemzuverlässigkeitsanalyse.

Von der Datenlage zum validierbaren Modellansatz

Zu Beginn werden Anwendungsfall, Bewertungsziel, vorhandene Modelle, Datenquellen und technische Machbarkeit geklärt. Je nach Aufgabe können physikalische Simulation, Test- und Betriebsdaten sowie datenbasierte oder KI-gestützte Modelle in einer geeigneten Daten- und Modellarchitektur zusammengeführt werden.

Die Unterstützung reicht von der Machbarkeitsstudie über Modell- und Pipeline-Prototypen bis zum Pilotdemonstrator. Modellgüte, Unsicherheit, Interpretierbarkeit und Übertragbarkeit werden in Bezug auf die vorgesehene Entscheidung bewertet. Der Einsatz im laufenden Monitoring kann auf validierten Modellbausteinen aufbauen, steht aber nicht im Mittelpunkt dieser Entwicklungsleistung.

KI dort einsetzen, wo ein begründeter Mehrwert entsteht

KI- oder ML-Verfahren sind nicht für jede Zuverlässigkeitsfrage die passende Lösung. Entscheidend ist, ob Datenmenge, Datenqualität und Problemstruktur einen belastbaren Zusatznutzen gegenüber physikalischen oder statistischen Ansätzen erwarten lassen.

Deshalb werden datenbasierte Methoden mit fachlichem Systemverständnis, physikalischen Modellen und geeigneten Validierungsdaten verbunden. So bleibt die Prognose technisch interpretierbar und an der konkreten Entscheidung ausgerichtet.

Sprechen Sie mit uns

Sie möchten prüfen, mit welchen Methoden Sie Ihre Zuverlässigkeitsbewertung sinnvoll ergänzen und welche Erkenntnisse und Ergebnisse Sie dadurch erzielen können? Gemeinsam analysieren wir mit Ihnen den spezifischen Anwendungsfall sowie die vorhandene Datenbasis und konzipieren einen geeigneten Weg von der Machbarkeit bis zur validierten Pilotanwendung.

Ihr Ansprechpartnerin:

Dr.-Ing. Elena Slomski-Vetter

Head of Department System Reliability

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