GREEN - Upcycling von Kunststoffrezyklaten für den Einsatz in Geotextilien

Gezielte Additivierung für den Einsatz von Rezyklaten in Geotextilien

Geotextilien, die in Schlüsselbranchen wie Bauwesen und Wasserwirtschaft unverzichtbar sind, bestehen bislang fast ausschließlich aus Neuware-Kunststoffen. Das Projekt »GREEN« zeigt, dass durch gezielte Additivierung Rezyklate für diese Anwendungen upgecycelt werden können. Neben der Sicherstellung von Langzeitstabilität und Verarbeitbarkeit wird auch die ökotoxikologische Unbedenklichkeit geprüft. So wird Nachhaltigkeit und Zirkularität in der Geotextilproduktion ermöglicht – ein entscheidender Schritt für den Klimaschutz und die Kreislaufwirtschaft.

Schlüsselmaterial für Infrastruktur und Umweltschutz

Geotextilien sind unverzichtbare Materialien für zahlreiche Anwendungen in Schlüsselbranchen wie Transport, Bauwesen, Wasserwirtschaft und Bergbau. Sie stabilisieren Böden, schützen vor Erosion, dienen der Drainage und tragen zur Abdichtung bei. Der Markt für Geotextilien wächst stetig, getrieben durch den steigenden Bedarf an Infrastrukturprojekten, die durch demografische Entwicklungen und den Klimawandel erforderlich werden. Insbesondere der Schutz vor Hochwasser und die Anpassung an klimatische Veränderungen erhöhen die Nachfrage nach langlebigen und leistungsfähigen Geotextilien. Bisher werden diese Produkte fast ausschließlich aus Neuware-Kunststoffen hergestellt, da Rezyklate die hohen Anforderungen an mechanische Eigenschaften, Langzeitstabilität und Verarbeitbarkeit oft nicht erfüllen können.

Additivierung verbessert die Qualität von Kunststoffrezyklaten

Im Projekt »GREEN« erforschen wir gemeinsam mit Partnerinstituten innovative Ansätze zur Nutzung von Kunststoffrezyklaten in Geotextilien. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit und Zirkularität in der Produktion zu fördern und gleichzeitig die technischen Anforderungen der Branche zu erfüllen. Untersucht wurden verschiedene Rezyklatströme aus Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET) und Hochdichtem Polyethylen (HDPE). Diese Materialien wurden zu Vliesen (PP, PET) und Membranen (HDPE) weiterverarbeitet. Durch die gezielte Zugabe von Additiven konnten die rheologischen Eigenschaften der Rezyklate so angepasst werden, dass eine gute Verarbeitbarkeit und ausreichende mechanische Stabilität gewährleistet sind. Langzeittests unter thermischen und hydrolytischen Bedingungen zeigten, dass die modifizierten Rezyklate eine hohe Beständigkeit aufweisen und somit für den dauerhaften Einsatz in Geotextilien geeignet sind.

kunststoffrezyklate in geotextilien
Membran aus HDPE (links) und Fasern aus PP (mite) und PET (rechts)

Ökotoxikologische Sicherheit

Neben der technischen Performance ist die Umweltverträglichkeit der Materialien ein zentraler Aspekt dieses Projekts. Geotextilien kommen häufig in direktem Kontakt mit Böden und Wasser, weshalb sichergestellt werden muss, dass keine schädlichen Stoffe freigesetzt werden. In umfassende Tests wurde die ökotoxikologische Sicherheit der Rezyklate geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Rezyklatströme keine umweltbedenklichen Verbindungen wie Schwermetalle oder per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) freisetzen. Zudem wurde keine toxische Wirkung auf Lebewesen wie Daphnien (Wasserflöhe) festgestellt.

Perspektiven für die Kreislaufwirtschaft: 

Nachhaltigkeit in Schlüsselbranchen wie Bauwesen und Wasserwirtschaft

Das Projekt GREEN zeigt, dass durch gezielte Additivierung Kunststoffrezyklate für anspruchsvolle Anwendungen wie Geotextilien upgecycelt werden können. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Kreislaufwirtschaft und trägt dazu bei, den Einsatz von Neuware-Kunststoffen zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Nachhaltigkeit in Schlüsselbranchen wie Bauwesen und Wasserwirtschaft gefördert, was sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet.

Kunststoffrezyklaten in Baustoffen - Dachfolie, Teichfolie

Durch die Kombination aus technischer Leistungsfähigkeit und ökotoxikologischer Sicherheit leisten die entwickelten Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft und zur Erfüllung der steigenden Anforderungen an nachhaltige Produkte.

© Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE

Projektpartner

Wir bearbeiten das Projekt mit Partnerinstituten im Rahmen des Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE

Von der Forschung in Ihre Anwendung

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Die im Projekt entwickelten Beschichtungslösungen und Bewertungsmethoden lassen sich direkt auf industrielle Anwendungen übertragen. Insbesondere bei anspruchsvollen Rezyklaten unterstützen wir Sie dabei, Bearbeitungsprozesse stabil und wirtschaftlich auszulegen.

Gerne diskutieren wir mit Ihnen konkrete Anwendungsfälle und identifizieren Potenziale für Ihre Produktion.

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Forschung und Entwicklung

Additives and Polymer Design

Materialdesign vom Molekül zum nachhaltigen und leistungsfähigen Werkstoff

 

Leistungs- und Forschungsbereich

Sustainability & Circularity

Innovative Methoden zur Entwicklung, Bewertung und Integration nachhaltiger Materialien und Prozesse

 

Innovation, Transfer & Cooperation

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Dr. Michael Großhauser

Innovation, Transfer & Cooperation für Sustainability & Circularity