Forschungsprojekt „MultiWind“

Die Entwicklung in der Windenergietechnik führt aufgrund des wachsenden Bedarfs an regenerativen Energien zu immer leistungsstärkeren Anlagen und somit zunehmenden Anlagengrößen. Die Reduzierung des Leistungsgewichtes (t/MW) sowie der Gondelabmessungen ist hierbei sowohl für die Windkraftanlagenhersteller, insbesondere im Offshore-Bereich, als auch für die Gießereien von höchster Bedeutung.

© Foto: MEV, Grafik/Collage: Fraunhofer LBF

In „MultiWind“ werden Kennwerte ermittelt, die zur Erarbeitung einer zuver-lässigen numerischen Auslegungsmethode für Großbauteile aus EN-GJS-400 unter mehrachsigen nichtproportionalen Beanspruchungen führen.

Mehrere Komponenten einer Windkraftanlage werden aus duktilem Eisenguss EN-GJS-400 hergestellt. Ein bisher wenig untersuchter Aspekt ist die Bewertung des mehrachsigen Spannungszustands in hochbeanspruchten Bereichen von dickwandigen Komponenten für solche Fälle, in denen die Beanspruchungen nichtproportional sind: Nichtproportionale Beanspruchungen werden dadurch charakterisiert, dass die lokalen Spannungskomponenten zeitlich unkorreliert sind.

„MultiWind“ befasst sich mit der Betriebsfestigkeit von Gusseisen mit Kugelgraphit unter mehrachsigen Ermüdungsbeanspruchungen und soll diese Lücke schließen.

Ziel ist es, eine zuverlässige Auslegungsmethode für Großbauteile aus EN-GJS-400 unter mehrachsigen nichtproportionalen Beanspruchungen zu entwickeln. Von den Ergebnissen können Windkraftanlagenentwickler und –hersteller sowie Gießereien profitieren. Die Zertifizierer Germanischer Lloyd, TÜV Nord und TÜV Süd sind ebenfalls im projektbegleitenden Ausschuss vertreten und können die Projektergebnisse zeitnah nach dem Projektabschluss in die jeweiligen Richtlinien übernehmen