OrganoFoam - Polyurethan-Weichschäume aus nachwachsenden Rohstoffen

Biobasierte Schaumstoffe für Polstermöbel und Matratzen

Im Verbundprojekt »OrganoFoam« entwickelten wir biobasierte Schaumstoffe für Polstermöbel und Matratzen, die von der der Friedrich Platt GmbH bewertet und weiterverarbeitet wurden. Die neuartigen Polyurethan-Weichschäume wurden im Labor als Blockware hergestellt. Sie lassen sich mit vorhandenen Anlagen schneiden, verkleben und beziehen und erreichen dabei einen Komfort im Bereich konventioneller Polsterschäume. Damit entsteht eine marktfähige Alternative für Hersteller, die ihre Produktpalette in Richtung nachhaltiger Möbel mit verbesserter CO₂-Bilanz erweitern wollen.

Nachhaltig sitzen und liegen

Polster für Möbel, Matratzen und Fahrzeugsitze bestehen überwiegend aus PU-Schäumen, die auf Erdöl basieren. Wer seinen Kundinnen und Kunden nachhaltige Produkte anbieten möchte, steht daher vor der Frage, wie sich fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen ersetzen lassen, ohne Abstriche in Komfort, Lebensdauer und Verarbeitung verzeichnen zu müssen. Im Projekt »OrganoFoam« entstanden neuartige Polyurethan-Weichschäume, die weitgehend aus biobasierten Rohstoffen bestehen und sich wie vertraute Standardschäume herstellen und verarbeiten lassen.

organofoam blöcke vor dem zuschnitt
OrganoFoam-Schaumstoffblock vor dem Zuschnitt zu Sitz- und Rückenpolstern für ein Palettensofa.

Vom Laborblock zur Polsteranwendung

Zu Beginn stand die Idee, Naturfasern als tragende Stützstruktur mit einem biobasierten Schaum zu kombinieren. Im Projektverlauf zeigte sich jedoch, dass sich mit einer gezielt zusammengesetzten, biobasierten Schaumrezeptur auch ohne Fasern die für Sitz- und Liegemöbel typische Rückstellkraft erreichen lässt. Wir haben dafür in einem systematischen Versuchsprogramm über viele Laboransätze hinweg Schaumrezepturen und Prozessparameter variiert. Ergebnis ist ein Weichschaum, der zu Blöcken bis acht Kilogramm aufgeschäumt wird, nach dem Entformen mechanisch »gecrusht« wird, um die Zellstruktur zu öffnen, und anschließend dimensionsstabil bleibt.

Die so hergestellten »OrganoFoam«-Blöcke besitzen Dichten im Bereich gängiger Möbelqualitäten und eine feinporige, überwiegend offenzellige Struktur. Messungen von Stauchhärte und bleibender Verformung zeigen, dass ausgewählte Formulierungen die Kennwerte eines fossilbasierten Referenzschaums erreichen. Beschleunigte Bewitterungstests belegen zudem, dass der biobasierte Schaum deutlich langsamer vergilbt als viele herkömmliche Schäume und sich durch geeignete Zusätze weiter vor UV-Strahlung schützen lässt.

Bequem, langlebig, biobasiert – ein Schaum für viele Branchen

Für Schaumstoffverarbeiter, Möbel- und Sitzhersteller ist besonders wichtig, dass sich »OrganoFoam« ohne große Umstellungen in bestehende Prozessketten integrieren lässt. Versuche bei der Friedrich Platt GmbH zeigen, dass die gelieferten Blöcke mit vorhandenen Systemen gut zuschneidbar sind, sich zu größeren Flächen verkleben und mit gängigen Bezugsstoffen kaschieren lassen. Im Projekt entstand ein Demonstratorsofa, an dem Sitzkomfort und Dauerbelastung unter praxisnahen Bedingungen untersucht werden.

»OrganoFoam« eignet sich für Hersteller, die ihre Marken mit glaubwürdig nachhaltigen Möbel-, Sitz- und Matratzenlinien schärfen wollen. Der hohe Anteil biogenen Kohlenstoffs und die verbesserte UV-Beständigkeit unterstützen eine positive CO₂-Bilanz und eine lange Nutzungsdauer. Perspektivisch sind weitere Anwendungen denkbar, etwa in medizinischen Lagerungshilfen, akustischen Dämpfungselementen oder stoßdämpfenden Verpackungen, bei denen weiche, dauerhafte und zugleich nachhaltige Schäume gefragt sind.

Förderung und Partner

OrganoFoam „Nachhaltige Polster für die Möbel- und Fahrzeugindustrie“ wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Förderkennzeichen: 031B1248A.

Projektpartner: Friedrich Platt GmbH

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Forschung und Entwicklung

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Materialdesign vom Molekül zum nachhaltigen und leistungsfähigen Werkstoff

 

Leistungs- und Forschungsbereich

Sustainability & Circularity

Innovative Methoden zur Entwicklung, Bewertung und Integration nachhaltiger Materialien und Prozesse

 

Innovation, Transfer & Cooperation

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Dr. Michael Großhauser

Innovation, Transfer & Cooperation für Sustainability & Circularity