DELIGHT - Elastomerbauteile mit Sensorfunktion

Entwicklung einer industriellen Herstelltechnologie für Elastomersensoren

Digitalisierung im Kontext von Industrie 4.0 erfordert eine hohe Integrationsdichte von Sensoren in Maschinen und Anlagen. Im Projekt DELIGHT entwickeln wir eine industrielle Herstelltechnologie für Elastomersensoren, die in lasttragende Elastomerbauteile wie Maschinenlager oder Kupplungen integriert werden können. Die Sensoren basieren auf der patentierten kapazitiven Delta-C©-Technologie und messen sowohl statische als auch dynamische Kräfte. Damit können beispielsweise Maschinen überwacht, Überlasten detektiert und Wartungsintervalle verlängert werden.

Delta-C©-Technologie

Die am Fraunhofer LBF entwickelte und patentierte Delta-C©-Technologie nutzt strukturierte Metallelektroden, zwischen denen sich ein dielektrisches Elastomer befindet. Bei einer Belastung verformt sich das Elastomer und wird in die Struktur der Elektroden gedrückt, so dass eine elektrische Kapazitätsänderung entsprechend der Belastung hervorgerufen wird. Sensoren basierend auf diesem Konzept sind günstig und ökologisch vorteilhaft, da sie nur aus Elastomer und Metall bestehen und keine kritischen Materialien wie seltene Erden oder Piezokeramiken verwenden. Sie können in einem breiten Frequenzbereich eingesetzt werden und sind robust gegen Überlasten.

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Elastomerintegrierte Sensoren

Entwicklung einer skalierbaren Fertigungstechnologie

Ein großes Hemmnis für einen industriellen Einsatz der Technologie bestand vor Projektbeginn in der kostenintensiven Herstellung geätzter Metallelektroden bei kleinen Stückzahlen sowie der aufwändigen und wenig reproduzierbaren manuellen Fertigung einzelner Sensorelemente. Im Projekt wurde daher ein industrialisierbares Fertigungsverfahren für strukturierte Metallelektroden aus Drahtgewebe und Metallfolie entwickelt, die im Rolle-zu-Rolle-Verfahren verklebt und in einem Richtwalzprozess geglättet werden. Darüber hinaus wurde eine Fertigungsanlage umgesetzt, die in einem automatisierten Kreisprozess den Aufbau eines Stapelverbundes ermöglicht, in dem flüssiges Silikon schichtweise mit einer Rakel mit der gewünschten Schichtdicke aufgetragen und ausgehärtet wird und anschließend die Elektroden mit einem Pick-and-Place-Roboter aufgelegt werden. In Kombination mit einer anschließenden End-of-Line-Prüfung der Sensoreigenschaften konnten die Prozess- und Designparameter optimiert, die Perfomance der Sensorelemente dadurch verbessert und die Reproduzierbarkeit ihrer Eigenschaften erhöht werden.

Integration in Elastomerbauteile

Die mit diesem Verfahren hergestellten Sensorelemente wurden anschließend prototypisch in verschiedene Elastomerbauteile integriert. Auf diese Weise konnten sensorintegrierte Maschinenlagerungen und Kupplungen realisiert werden, die in Zusammenarbeit mit den beteiligten Industriepartnern am Ende in einer anwendungsnahen Einsatzumgebung getestet wurden. Die hierbei gesammelte Erfahrung zeigt, dass die Integration von Sensorelementen in Elastomerbauteile innovative Ansätze und gründliche Voruntersuchungen erfordert, um die gewünschten funktionalen Ergebnisse zu erzielen und die Herausforderungen der individuellen Anwendung zu bewältigen.

Validierte und skalierbare Fertigungstechnologie für Delta-C©-Sensoren

Im Forschungsprojekt DELIGHT wird daher am Fraunhofer LBF eine Fertigungsanlage so umgerüstet, dass eine validierte und skalierbare Fertigungstechnologie für Delta-C©-Sensoren im Lastbereich von 10 N bis 6 kN zur Verfügung steht. Der Aufbau der Sensorelemente erfolgt hier sukzessive auf einer starren oder flexiblen Platine, auf die abwechselnd das Elastomer aufgerakelt und die Elektroden positioniert werden. So entsteht je nach Anforderungen an die Sensoreigenschaften ein Schichtverbund, der in industrielle Elastomerkomponenten integriert werden kann. Die vormals verwendeten präzise geätzten und damit kostenintensiven strukturierten Metallelektroden wurden in dem Fertigungsprozess dabei durch ein kostengünstiges, einseitig foliertes Metallgewebe ersetzt. Durch die automatisierte Fertigung konnte auch die Reproduzierbarkeit der Sensorelemente erhöht werden, wodurch strukturierte Untersuchungen bezüglich verschiedener Design- und Fertigungsparameter ermöglicht wurden.

Am Ende des Projekts ist die Demonstration der Technologie in funktionsintegrierten Elastomerkomponenten in anwendungsnahen Einsatzumgebungen geplant.

Förderer und Partner

  • AiF Forschungsnetzwerk Mittelstand
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

 

Die DELTA-C-Sensortechnologie basiert auf diesem Patent: Kaal, W.; Herold, S.; Melz, T.: Elektroaktiver Elastomerwandler, Patent EP 2630674

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